Druck lass nach – eine Momentaufnahme

Hast Du gerade zu viel von der Zeit, von der alle reden? Nein? Sei getröstet. Ich auch nicht.

Ich hatte mir vorgenommen, nichts zur aktuellen Lage zu schreiben. Und doch habe ich mich jetzt anders entschieden. Vielerlei Gründe haben mich dazu bewogen: Meine persönlichen Auf- und Ab-Momente, die unterschiedlichen Situationen und Befindlichkeiten, die ich sehe und wie damit umgegangen wird.

Wenn einfach alles zu viel ist

Noch bevor es losging mit der Ausgangsbeschränkung für alle hat unser kleiner Haushalt bereits auf Rückzug geschaltet, da mein liebster Mitbewohner mit einer Vorerkrankung zur Risikogruppe zählt. Zwischen Angst und dem Versuch, einen halbwegs normalen Rhythmus beizubehalten, war da auch Euphorie. Zumindest bei mir. Was ich jetzt nicht alles tun kann, was gerade im letzten halben Jahr und teilweise noch länger liegengeblieben ist: Die Papierablage, die digitale Ablage schicker strukturieren, Fenster putzen, endlich wieder malen, lesen, vielleicht sogar das Badezimmer neu streichen, die Türgriffe an den Schränken endlich mal anbohren, weiter ausmisten, neu sortieren… Diese Liste kann ich schier endlos weiterführen. Und was soll ich sagen? Nichts davon habe ich gemacht. Im Gegenteil. Meine To-Do-Liste wurde länger und länger. Das hat mich bis vor ein paar Tagen ziemlich unzufrieden gemacht.

Herausfordernde Zeiten

Sind wir doch mal ehrlich. Diese Situation ist herausfordernd – für absolut alle. Die einen stecken die Ein- und Beschränkungen und Auflagen besser weg als die anderen. Wo der eine sich dabei austobt, die ganze Bude auszumisten und zu putzen, ist dem anderen die Bewältigung des Alltags eine echte Herausforderung. Und das hängt meines Erachtens nicht damit zusammen, ob man alleine lebt oder als Paar, ob man Kinder hat oder keine, im Home-Office arbeitet oder zur Arbeit aus dem Haus geht. Ein jeder ist mit einer Situation konfrontiert, die er bisher nicht kannte und geht auf seine Art und Weise damit um. Alles ist anders und wir lernen uns selbst und unser Umfeld nochmals neu und anders kennen. Wenn das schon nicht herausfordernd genug ist!

Ich merke das selbst an unserer Situation zuhause. Die Tatsache, dass wir unseren Lebensrhythmus in vielen Bereichen anpassen mussten, ist doch ganz schön anstrengend. Wenn wir am Anfang noch gesagt haben, dass wir das schon durchstehen werden und dass ja alles nicht so schlimm ist mit diesen Beschränkungen und wir einfach nur mit heiler Haut aus dieser Nummer rauskommen wollen, so sind wir doch jetzt auch immer öfter mal an den Grenzen des absolut genervt Seins angelangt, immer mal wieder der Angst ausgesetzt, was werden wird, von der Sorge geplagt um die Liebsten und um unser aller Zukunft. Und zum Glück doch auch immer wieder die Zuversicht.

Es ist ein Auf und ein Ab. Und weißt Du was? Das ist normal. Das ist völlig in Ordnung. Du musst nicht immer stark sein. Kein Mensch kann immer stark sein. Gestehe Dir diese Momente zu, nur verharre nicht darin. Sei geduldig und gnädig mit Dir selbst und mit Deinen Mitmenschen. Wir sitzen ja alle im selben Boot.

 

Adieu, To-Do-Liste

Ich habe dieser Tage auf Facebook von einer Frau gelesen, dass sie sich schlecht vorkommt, wenn sie diese ganzen Posts liest, was alle anderen gerade so machen und sie selbst nichts davon auf die Reihe bekommt. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Sollte es Dir auch so gehen, habe ich zwei Tipps für Dich: 1. Einfach mal ein paar Tage Social-Media-Detox. Da geht es im Moment leider oft so gar nicht „social“ zu und 2. Was ist mit all denen, die am gleichen Punkt stehen wie Du? Das wird nämlich nicht so gerne gepostet. Die heile Welt will Erfolge sehen und kaum einer wird darüber einen Post verfassen, was er alles nicht geschafft hat, welche finanziellen Sorgen ihn plagen und dass er mit der Situation komplett überfordert ist.

Auf den Punkt gebracht: Setz Dich nicht unter Druck. Schieß die To-Do-Liste (auch wenn sie nur in Deinem Kopf existiert) in den Wind und mach das, was wirklich wichtig ist und was Deine Kräfte zulassen. Denk daran, dass die Gesundheit wichtiger ist als ein perfekter Haushalt. Und dazu gehört es eben, lieber einmal mehr vor die Tür zu gehen und Dir die Sonne ins Gesicht lachen zu lassen als ein ordentlich sortierter Kleiderschrank. Und wenn am Abend dann auch mal alles zu viel ist, ist es auch okay, die Decke über den Kopf zu ziehen bis zum nächsten Morgen.

Ich weiß, dass sich das seltsam anhört aus der Feder einer Ordnungsberaterin. Doch jetzt ist der Moment, gut auf Dich und Deine Liebsten zu achten, mit Deiner Energie und Kraft so gut es geht zu haushalten und in Verbindung mit den Menschen zu bleiben, die Du jetzt leider nicht live und in Farbe  drücken kannst. Hol Dir die Kraft aus diesen Verbindungen. Telefoniere, schreibe, triff Dich virtuell: Bleib in Verbindung. Gespräche helfen aus so manchem Tief heraus.

 

Viel hilft nicht viel

Es ist Frühling und da ist es tatsächlich so, dass viele gerne den Wintermief aus der Wohnung jagen wollen. Mir geht das auf jeden Fall so. Um aber jetzt nicht in einen Aktionismus zu verfallen, den ich sowieso nicht durchhalte in der momentanen Situation, habe ich mir vorgenommen pro Woche EINE Sache zu erledigen, die bei mir schon länger liegen geblieben ist. Und das ist auch meine Empfehlung an Dich, wenn Du genügend Energie hast, ein wenig für Deine Räume zu tun. Nimm Dir nicht zu viel vor. Einer meiner Standardsprüche: Viel hilft nicht viel! Schau, was Dich schon länger nervt und am besten kein allzu großes Ding ist, es zu erledigen. Das kann eine quietschende Tür sein, die Du ölen kannst, ein Bild anbringen, die Kramschublade rausziehen, es Dir auf dem Sofa gemütlich machen und durchsortieren. Einfach etwas, das Deine vier Wände hübscher macht. Und immer daran denken: Achte auf Dich und überfordere Dich nicht!

Ich werde in den nächsten Wochen meine kleinen Projekte in meinem persönlichen Freiraum-Tagebuch dokumentieren und hier auf meiner Seite vorstellen. Warum ich das mache? Vielleicht hilft es Dir zu sehen, dass eine Ordnungsberaterin auch einige Baustellen zu Hause hat 😉, aber noch schöner fände ich es, wenn ich Dich ermutigen und inspirieren kann, dass man mit kleinen Schritten auch ans Ziel kommt und dass Perfektionismus gerade out ist 😊

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Ich freue mich, wenn ich Dich ermutigen konnte, im Rahmen Deiner individuellen Möglichkeiten etwas für Dich und Deine Räume zu tun und nicht zu schauen, was „alle“ anderen stemmen. Solltest Du Unterstützung brauchen, bin ich auch virtuell für Dich da.

Bleib bei Dir und vor allem gesund.

Herzlichst, Andrea